Verrückte und Betrüger

Vortrag von Shaykh Muḥammad ᶜᾹdil ar-Rabbani am 19. Februar 2016/10 Jumada l-Awwal 1437 in der Akbaba Dargāh in Instanbul.

As-salāmu ʿalaikum wa-raḥmatullāhi wa barakātuhu.

Der Weg Allāhs liegt offen und ist klar. Es kann keine Lügen und Betrügereien geben auf dem Weg Allāhs. Die Menschen erzählen alle möglichen Lügen, arbeiten mit allen Tricks und allem Üblem für diese Welt und versuchen trotzdem als die Guten dazustehen. Das ist der Weg des Teufels. Der Weg Allāhs ist sauber, er legt keinen hinein. Der Teufel zeigt schlechte Wege und sagt: „Das ist der richtige Weg.“ Während die Leute auf diesem Weg gehen wissen sie, dass dies ein schlechter Weg ist und wissen, dass sie Unrecht tun. Am Ende kommen sie in der Hölle an. Allāh (awj) zeigt uns den Weg. Er sagt: „Glaubt an Allāh, vertraut Ihm.“

„wa ᶜalā-llāhi fa-l-yatawakkali l-mu’minūn.“
„und auf Allāh sollen die Gläubigen vertrauen.“ (Koran, 5:11)

Das Ende derjenigen, die auf Allāh vertrauen, wird gut sein. Ein Muslim lügt nicht, ein Muslim betrügt niemanden.

“Man ghashshanā fa laysa minnā.”
“Wer uns betrügt, gehört nicht zu uns.” sagt unser Heiliger Prophet (saw).

Ein Muslim zeigt den Menschen, wie es ist; er zeigt den guten Weg.

Es ist falsch, Menschen zu belügen, um sie auf den Weg zu bringen. Jene, die versuchen, Menschen auf den rechten Weg zu bringen, indem sie diese betrügen, sind selbst Betrogene. Der Teufel hält sie zum Narren.

Der Weg ist klar: Sag die Wahrheit, wie du sie kennst. Benutze nicht die Religion, um dadurch zu profitieren. Dann nämlich, wie wir schon sagten, beschreitest du den Weg des Teufels.

Unser Heiliger Prophet (saws) hat uns den Weg gezeigt. Er hat keine der Dinge gesagt, die diese Leute sagen. Allerdings, diese Leute sind ein bisschen krank, angeschlagen im Kopf. Es ist nicht leicht, unseren Heiligen Propheten (saws) oder die Heiligen zu treffen und mit Ihm/Ihnen zu reden. Die Person, die unseren Heiligen Propheten (saws) nur einmal, und sei es im Traum sieht, hat Glückseligkeit erlangt.

Wie ich schon sagte, manche Menschen gehen manchmal zu weit. Falls irgendwas mit ihrem Kopf ist, dann sind sie entschuldigt. Allāh urteilt über jemanden, entsprechend dessen Verstandes.

Er sagt:

“Idhā akhādha ma awhab, asqāda ma awjāb.”
„Wenn Allāh einem Menschen den Verstand raubt, dann verhört er diesen nicht.“

Er verhört ihn nicht, ein solcher Mensch ist nicht verantwortlich. Es ist nicht recht, solchen Menschen hinterher zu rennen, weil, wie gesagt, das sind verrückte Leute, solche in besonderen geistigen Zuständen. Mit besonderen geistigen Zuständen meinen wir von Gott Angezogene, sodass sie total in Verzückung sind. (majdhūb).

„Hält euch nicht alle zu lange mit Majdhūbs auf.“ sagte Shaykh Nāẓim (qs). Weil sie außerhalb ihres Verstandes und damit bar ihrer Verantwortung sind. Ihr könnt nicht vorhersagen, was sie als nächstes tun werden. Sie machen ein gutes Bittgebet oder sie machen ein schlechtes Bittgebet. Sie tun, was immer sie zufällig vorfinden. In einem solchen Moment können sie euch schaden. Deswegen warnen die Meister: „Haltet euch fern.“ Haltet euch von solchen Leuten fern. Es gehört natürlich zur Weisheit Allāhs, dass sie unter den Menschen herumschweifen. Einige Menschen hören nicht auf die Meister, laufen ihnen hinterher, werden ihre Schüler und können dann nicht geduldig sein. Es ist nicht leicht. Man sagt: “Sahib ahwāl, lā tatahammal lahu l-jibāl.” „Sogar Berge können diese Zustände nicht tragen.“

Wir sagen das, weil es gibt zwei Arten von Menschen. Die einen sind in besonderen Zuständen und die anderen Betrüger. Betrüger machen viele Sachen nur, um die Leute dazu zu bringen, ihnen zu folgen. Die Menschen sind naiv. Sie suchen nicht die Nähe von Menschen, die den Weg Allāhs zeigen, sondern gehen zu jenen. Und sie vertrauen ihnen. Nicht die Person, die folgt, wird verhört werden, sondern der Betrüger. Aber natürlich erleiden die, die ihnen folgen, einen Schaden, weil sie nutzlosen Menschen folgen und die Ratschläge nicht beachten. Wie sie wollen. Es gibt Milliarden Menschen auf der Welt. Du kannst nicht jeden tragen, ihn beraten und ihm verbieten. Wenn du ihn berätst, wird dieser sagen: „Ich bin frei.“ und dorthin gehen wohin immer er gehen will.

Möge Allāh uns vor diesen Menschen beschützen, weil, wie gesagt, es gibt die, die den rechten Weg zeigen und die, die den Weg des Teufels zeigen. Eine Sache wird nutzlos, wenn Lügen im Spiel sind. Selbst, wenn die Absicht gut ist, können später Dinge, die dem Göttlichen Gesetz (sharīʿa), Allāhs Befehlen und denen des Propheten (saws) widersprechen, auftauchen.

Unser Weg ist ein Weg, der dem religiösen Gesetz (Sharīʿa) entspricht, dem religiösen Gesetz folgt. Er ist die Essenz des religiösen Gesetzes.

Der Naqshbandi Weg akzeptiert die vier Rechtsschulen (madhhab). Heutzutage ist es modern, die Rechtsschulen abzulehnen. Sie machen unnötige Arbeit, wenn sie sagen: „Wir verstehen es, also tun wir es.“

Es gibt einen Ausdruck, wie sagt man? „Es gibt keine Notwendigkeit, das Schießpulver neu zu erfinden. Es wurde bereits erfunden.“ Ein paar brachten es zur Explosion, einige starben, einige standen auf, schließlich wurde es erfunden.

Doch das ist für die egal. 10 Jahre wären nicht genug, um alle 4 Rechtsschulen zu studieren. Für die Sharīʿa braucht man 50 Jahre. Wenn ihr euch nun daran macht und versucht das zu schaffen, was bereits geschaffen worden ist, würdet ihr nichts erreichen. Ihr würdet nur Zwietracht (Fitnah) sähen. Zwietracht sähen wurde verflucht, weil sie die Menschen verwirrt. Dafür gibt es überhaupt keine Notwendigkeit.

Diese Gelehrten, die Allāh uns als einen Segen geschenkt hat, haben uns gedient, haben Allāh gedient und sie haben der Gemeinschaft gedient. Sie hatten keinen Vorteil zu erzielen, auch keinen materiellen Vorteil, denn sie hatten alle ihre Arbeit. Von ihrem Einkommen bestritten sie ihren eigenen Lebensunterhalt, sie gaben den Armen und Bedürftigen und sie unterrichteten Studenten. Sie nahmen keinen Piaster von den Studenten, die kamen, keinen für die Bücher, die sie schrieben und keinen für die Vorlesungen, die sie hielten. Sie waren nicht auf materielle Vorteile aus. Es gab sogar Zeiten, in denen sie sich im Gegensatz zu den Sulṭānen befanden und dafür ins Gefängnis mussten, Folter erlitten, und sich trotzdem nicht kleinkriegen ließen.

Heute erlassen Personen, möge ihnen Allāh Verstand geben, alle möglichen Rechtsgutachten (fatwā). Sollen wir diesen folgen? Winke ihnen nur mit ein paar Geldscheinen und sie erstellen dir ein Gutachten, wie du es dir wünscht. Da, wir sehen sie im Fernsehen, sagen sie nicht akzeptable Dinge und schreien laut, dass dies aus dem Koran stammt. Warum gehen sie ins Fernsehen. Zuerst und vor allem wegen des Geldes. Was wir Popularität nennen, ist ohnedies mit Geld gleichzusetzen. Sie verkaufen ihre Religion, sie verkaufen alles, um mit Popularität Geld zu machen.

Wie gesagt, ist unser Weg mit dem religiösen Gesetz (sharīʿa) und den Rechtsschulen verbunden. Es gab viele richtige Rechtsschulen in der Vergangenheit, aber es war verwirrend, dass es so viele gab. Danach einigten sich alle auf diese vier. Muslime müssen einer dieser vier Rechtsschulen folgen. Es gibt eine entsprechende, die passt für das jeweilige Land.

Die Hanafi Rechtsschule ist unter den Türken verbreitet, die Shafii unter den Arabern, die Hanbali und Maliki unter Afrikanern. Menschen, die wollen, sind imstande einer von ihnen zu folgen. Eine Person kann eine andere Rechtsschule unter bestimmten Umständen nachahmen. Aber eine Person kann sich nicht einfach willkürlich sagen: „Nun werde ich mich vom Morgen bis zum Abend nach allen vier Rechtsschulen richten.“ Man muss genau einer von ihnen folgen.

Das ist, was unser Weg, die Naqshbandi ṭarīqa, vorschreibt. Das lehrt er. Außerhalb dessen gibt es keine solchen Dinge (in Bezug auf die Rechtsschulen), wie „Ich flog, ich landete, ich stand auf, ich ging und ich kam.“ Das ist der Weg. Schenke denen, die anderes behaupten, keine Aufmerksamkeit. Wie gesagt, der eine ist möglicherweise verrückt und ihr sollt einer solchen Person nicht folgen. Der andere könnte ein Betrüger sein, dem ihr  ebenfalls nicht folgen sollt. Basta!

Möge uns Allāh schützen und es nicht zulassen, dass wir unserem Ego folgen für eine Welt, die keine 10 Cent Wert ist. Lass dich nicht schlucken von der Welt. Gib Acht! Du kannst die Welt nicht besitzen. Die Welt verschluckt dich, dein Ego verschlingt dich und der Teufel ebenfalls. Möge uns Allāh vor solchen Menschen beschützen. Sei achtsam! Lass Muslime achtsam sein!

Wa min Allāhi t-tawfiq. Al-Fātiḥa.

Türkischer Videovortrag: http://eng.hakkani.org/those-who-see-our-master-saw-in-their-dream-are-people-of-felicity-19-february-2016/

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