Macht euer Herz frei!

As-salāmu ᶜalaykum wa-raḥmatullāhi wa barakātuhu. Aᶜūdhu billāhi mina sh-shayṭāni r-rajīmBismillāhi r-raḥmāni r-raḥīm.

Hz. Anas (ra) berichtet: Einmal saßen wir zusammen mit unserem heiligen Propheten in der Moschee, und unser heiliger Prophet sagte, derjenige, der gerade eintritt, sei für das Paradies bestimmt. Sie guckten, und einer der Gefährten trat ein und setzte sich. Am nächsten Tag sprach unser heiliger Prophet wieder und sagte: Jetzt wird jemand, der für das Paradies bestimmt ist, eintreten. Wieder kam derselbe Mann herein. Möge Allāh mit ihm zufrieden sein! Am dritten Tag sagte er wieder: Gerade eben kommt jemand, der für das Paradies bestimmt ist, herein. Wieder gesellte sich derselbe Gefährte zu ihnen.

Einer der dort Sitzenden dachte: Es muss etwas dran sein an dieser Sache. Sehen wir einmal, was er macht, dieser Gesegnete, um solche freudigen Worte von unserem heiligen Propheten zu verdienen! Ihm wurde selige Botschaft des Paradieses gegeben. Mal sehen, ich werde einige Zeit mit diesem Mann verbringen, so dass ich erfahren kann, was er macht. Dann kann ich genauso handeln und werde so werden, dass ich auch das Paradies verdiene, dachte er. Er sagte zu dem Mann: Ich hatte einen kleinen Streit mit meinem Vater und habe geschworen, drei Tage lang nicht nach Hause zu gehen. Kannst du mich als Gast aufnehmen? Der Mann antwortete: Bitte komm, du bist willkommen! Und er nahm ihn mit nach Hause. Als es Nacht wurde, sah er, dass dieser Mann, der Mann, der für das Paradies bestimmt war, zu Bett ging. Von Zeit zu Zeit erhob er sich und rezitierte Tasbīḥ und Takbīr. Aber er machte nicht allzu viel. Als es Zeit war für das Fajr (Morgen)Gebet, stand er auf und ging in die Moschee des heiligen Propheten. Dies ging so drei Tage lang.

Dann sagte er zu ihn: Ich möchte dich etwas fragen. Unser heiliger Prophet sagte, dass du für das Paradies bestimmt bist. Ich habe keinen Streit mit meinem Vater. Ich wollte nur herausfinden, was es ist, was du machst, damit ich dasselbe machen kann, um das Paradies zu erlangen. Deshalb bin ich bei dir geblieben. Aber nach dem, was ich gesehen habe, machst du nicht allzu viel. Ich meine, du verbringst nicht die ganze Nacht im Gebet und du bist nicht übermäßig mit Gottesdienst beschäftigt. Wenn du aufstehst, erinnerst du natürlich Allāh und rezitierst Takbīr und Subḥānallāh, folgst der Sunna, wann auch immer du zufällig aufstehst. Aber was ist das Geheimnis von all dem? Was ist es, was du gemacht hast, dass unser heiliger Prophet dir diese selige Botschaft des Paradieses gab? Er antwortete: Bei Allāh, ich habe nichts Besonderes gemacht. Ich bin nicht allzu eifrig in meiner Ausübung. Aber in meinem Herzen ist keine Falschheit, ich versuche niemanden zu betrügen und hege keinen Groll gegen irgendjemanden. Ich versuche, mit allen gut auszukommen, sagte er. Das ist das ganze Geheimnis dabei, sagte er.

Das Geheimnis ist nicht, Handlungen des Gottesdienstes auszuführen und stolz darauf zu sein und herumzugehen mit einem langen Bart und Turban und die Menschen zu täuschen. Es ist kein Nutzen in all dem. Auf diese Weise kannst du das Paradies nicht betreten. Du musst nützlich sein für die Menschen. Die Menschen müssen sicher sein vor allem Bösen. Du darfst ihnen keinen Schaden zufügen. Du darfst niemandem Schwierigkeiten machen. Du musst alle als gute Menschen betrachten. Das ist das Geheimnis der Sache. Unser heiliger Prophet gab als Lektion für die Gemeinschaft der Muslim ihnen dieses lebende Beispiel. Der Mann schlief die ganze Nacht. Aber sein Herz war frei und rein. Taṣawwuf bedeutet Reinheit, keinen Groll zu hegen gegen irgendjemanden und niemandem zu schaden und nicht zu versuchen, jemanden zu täuschen. Ihr müsst euer Herz Allāh übergeben. Ihr dürft euer Herz nicht mit bösen Dingen füllen. Wenn ihr so seid, werdet ihr des Paradieses würdig sein. Das ist Taṣawwuf, das ist Tariqat, denn diese schönen und feinen Punkte sind die Dinge, die unser heiliger Prophet uns lehrte.

Wenn jemand 24 Stunden im Gebet steht und verbotene Speisen isst, wenn er unrechtmäßig eines anderen Besitz nimmt, gibt es keinen Nutzen. Wenn er ungerecht ist, gibt es auch keinen Nutzen, überhaupt keinen, denn dies sind die Rechte der Diener, und Allāh vergibt das nicht. Er vergibt nur, was Seine Eigenen Rechte berührt, wenn Er will. Er wird um unseres heiligen Propheten willen vergeben durch seine Fürsprache. Es gibt Leute, die keine Fürsprache wollen. Ihnen wird dann nicht vergeben. Deshalb ist es nicht so: Ich habe so viel gebetet, ich habe so viel mehr gemacht, deshalb muss ich mehr geschätzt werden! Mehr als der äußere Mensch muss sein inneres Herz sauber sein. Unsere Herzen müssen rein sein. Arbeiten wir daran! Denn wir sehen Menschen, die 20, 30 Jahre lang hier sind. Sie machen eine gute Figur von außen, aber es gibt Leute, die im Inneren eher schlimmer geworden sind als besser. Wir müssen mehr darauf achten von jetzt an.


Hz. Anas (ra) sagte: Wir waren in der Masjid an-Nabawī mit dem Propheten (saws), und der Prophet (saws) sagte – Jetzt wird einer eintreten, der zu den Menschen des Paradieses gehört. Und es trat einer der Sahaba ein, und wir sahen ihn und guckten ihn an. Am nächsten Tag sagte der Prophet (saws) wieder – Jetzt wird einer eintreten von den Menschen des Paradieses. Wieder trat derselbe Mann, Ṣaḥāba, ein. Am dritten Tag sagte der Prophet (saws) auch – Jetzt wird jemand von den Menschen des Paradieses eintreten. Und derselbe Mann, Ṣaḥāba (ra), trat ein. Und die Leute guckten. Sie verstanden es nicht genau. Einer von ihnen, Ṣaḥāba, war neugierig und wollte erfahren, wie dieser Mann in diese gute Lage, auf diese gute Stufe kam, und der Prophet (saws) ihm die frohe Botschaft gab, dass er zu den Menschen des Paradieses gehöre. Und er ging zu diesem Mann und sagte: Ich habe ein bisschen mit meinem Vater gestritten und habe geschworen, drei Tage lang nicht nach Hause zu gehen. Kannst du mich in deinem Haus beherbergen? Er sagte: Natürlich.

Und die erste Nacht schlief er, zusammen, und dieser Mann schlief die ganze Nacht. Nur wenn er manchmal aufwachte, sagte er „Subḥānallāh“ oder „Allāhu Akbar“ und schlief wieder ein. Eine Nacht so, in der zweiten Nacht wartete er darauf, dass er etwas anderes machte. Dasselbe. Drei Nächte lang schlief er nur. Kein Gottesdienst, er machte nichts, schlief nur. Am dritten Tag, weil er das Haus verlassen würde, sagte er zu ihm: O Bruder, ich bin hierher gekommen, nicht, weil ich mit meinem Vater gestritten habe, ich bin nur gekommen, um herauszufinden, wie du einer der Menschen des Paradieses geworden bist, weil der Prophet (saws) es so sagte. Aber ich habe nichts Außergewöhnliches gesehen, was du machst. Du schläfst nur. Er sagte: Machst du irgendetwas anderes, was du, weil ich hier bin, nicht getan hast? Er sagte: Nein, ich bin die ganze Zeit so. Ich weiß nicht, warum der Prophet (saws) das gesagt hat, aber was ich habe – mein Herz ist frei. Kein Betrügen der Menschen, keine schlechten Absichten, keine schlechten Gedanken sind in meinem Herzen. Ich möchte nur gut mit den Menschen sein und nicht schlecht. Nur das habe ich. Ich weiß nicht, ob, sagte er, dies das Geheimnis ist.
Also ist es wichtig, mehr als die äußere Form auch euer Inneres zu reinigen. Der Prophet (saws): Reinheit, Sufi, Ṣafā (Sei rein!). Sie sind sehr licht, sehr rein. So muss euer Inneres sein. Es soll keine Dunkelheit, Schlechtigkeit in eurem Inneren sein. Es muss licht sein, und ihr müsst euer Ego lehren, besser zu sein. Ihr dürft nicht eurem Ego folgen, das Ego muss euch folgen. Die äußere Form ist nicht wichtig, denn die äußere Form vieler Leute ist leicht zu verändern, aber das Innere, das Innere ist wichtig, und es ist sehr schwer. Auch wer seine Form änderte, die äußere Form in vielleicht 20 Jahren, 30 Jahren, manche von ihnen sind schlimmer geworden, nicht besser, sie sind schlimmer geworden, weil sie stolzer geworden sind: Wir tragen einen großen Turban, einen langen Bart! Nein, es ist wirklich nicht gut. Es gibt Leute, die haben einen größeren Turban als du, und sie sind nicht im Islām. Warum? Weil sie langsam, langsam hinausgehen, so dass Allāh sie aus dem Islām entfernte. Aber wenn ihr aufrichtig seid, werdet ihr, ohne viel Gottesdienst oder ᶜIbāda zu machen, aber wenn ihr aufrichtig seid, ist es annehmbar, und ihr werdet der Geliebte Allāhs. Die Menschen versuchen, manche von ihnen schnell, Heilige zu werden und machen viel, aber sie machen es nur äußerlich, nicht innerlich. Das Wichtigste in unserer Ṭarīqa ist innen. Allāh mache uns so, Er kann unser Herz frei machen, damit es voller Iman ist und voller guter Dinge für alle, damit wir nichts Schlechtes über die Menschen denken.  Wa min Allāhi t-tawfiq, al-Fātiḥa.

Vortrag von Shaykh Muḥammad ᶜᾹdil ar-Rabbānī 23. November 2015 / 11. Ṣafar 1437.

Transkript des Videos: http://saltanat.org/videopage.php?id=14725&name=2015-1122_tr_ClearYourHeart_SM.mp4

 

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