Durch Harmonie im Herzen zu Harmonie im Zusammenleben

„Jahrhunderte in einem Verband mit zahlreichen Völkern lebend, hat derJ Raab Österreicher gelernt, in seinen Mitmenschen nicht das Trennende, sondern das Verbindende zu sehen und zu werten und – Toleranz zu üben.“

Julius Raab (österreichischer Bundeskanzler von 1953–1961)

Leider sieht es heute nicht mehr ganz so aus. Als erstrebenswertes Lebensziel werden einem nur egoistische Träume vorgegaukelt. Solidarität kennen viele nur als Namen der Gewerkschaftszeitung.*) Anderen wird vor allem Misstrauen entgegen gebracht, Fremdes wird als Bedrohung des gegebenen Status angesehen. Geschürt wird dies auch durch geschickte Manipulation in Medien und von manchen Parteien. Und das Fremde muss auch oft als Sündenbock herhalten, wenn es einem selber nicht so gut geht, wie man gerne möchte.

Wenn man das Fremde aber näher kennen lernt, verliert es meist das Bedrohliche. Je besser ich jemanden kenne, desto mehr Gemeinsamkeiten kann ich entdecken. Und wenn ich selbst in Harmonie bin, brauche ich niemanden für das, was falsch läuft, die Schuld geben.

Daher muss man einerseits sein Ego, seine Wünsche und Begierden in den Griff kriegen – durch Spiritualität und Erkennen unserer Aufgabe in diesem Leben. Und andererseits müssen wir auf die Anderen zugehen und sie kennen lernen, um unsere Ängste und Unsicherheiten „dem Fremden“ gegenüber abbauen und allen mit Respekt und Freundlichkeit begegnen zu können. So können wir wieder den von Kanzler Raab beschriebenen Zustand erreichen.

„Alle folgen ihren eigenen Begierden. Sie wollen ein Leben führen, wie es ihnen gefällt gemäß ihren Begierden. Sie erkennen kein Gesetz und keine Ordnung an. Sie sagen: Ich lebe, wie ich will. Niemand soll sich einmischen. Nein, das kann nicht sein. Der, der euch erschaffen hat, erschuf euch für einen Dienst. Ihr seid Diener eures Schöpfers.“

„Sucht ein sauberes Leben. Das schmutzige Leben ließ die Menschen ihre Menschlichkeit verlieren und warf sie in den Ozean der Unterdrückung. Immer Kämpfe und Kriege, und niemand akzeptiert einen anderen. Sie wissen nicht, was sie tun, aus welchem Grund sie leben. Sie sind gierig nach der Welt. ‚Mein Reichtum sollte mehr sein, ich erkenne dich nicht an. Ich erkenne dich nicht an. Ich bin Nummer Eins in der Welt.‘ Nein, das kann nicht sein. Es gibt so viele Milliarden Menschen auf der Erde. Jeder hat ein Recht. Bis der Mensch nicht das Recht eines jeden anerkennt, ist er kein Mensch.

M SeykhWürdigt jeden und gebt jedem seine Rechte. Sagt nicht: Alles für mich! Es kann nicht alles für euch sein. Gebt jedem sein Recht. „Ati Qulli Dhi Ḥaqqin Ḥaqqa“ (Gebt allen die ihnen gebührenden Rechte – ein Hadith). Wenn ihr den Menschen ihre Rechte gebt, wird die Welt im Frieden sein. Ihr gebt sie nicht, ihr mischt euch ein, ihr sagt: Alles ist für mich. Und jetzt ist die Welt in einem Zustand, wo sie keinen Ausweg finden können. Warum? Ihre Nationen sind so, ihre Oberhäupter sind so, ihre Füße sind so. Wonach streben sie? ‚Alles für mich‘? Es kann nicht ‚Alles für mich‘ sein. Was gewinnt ihr, wenn ihr alles bekommt? Warum sagt ihr ‚Alles für mich‘? All diese Menschen haben keine Rechte? Doch. Dann gebt allen die ihnen zustehenden Rechte.“

Shaykh Muḥammad Nāẓim Al-Ḥaqqānī, 16. Januar 2013

*) Die Soziologie-Professorin Paula Irene Villa über die heutige Zeit in einem Standard-Interview vom 3.2.2013: „Wir leben in einer Zeit, in der sich die Individualisierungsthesen ideologisch völlig durchgesetzt haben. Es herrscht das Bild des unternehmerischen Selbst. Es gibt derzeit nichts Schlimmeres als Abhängigkeit; Autonomie ist der Fetisch unserer Zeit. „Opfer“ ist daher die monströse Kehrseite und muss auf Abstand gehalten werden. Jede Form von Angewiesensein wird sofort als Opfer-Mentalität diskreditiert.  (…) Es hat mit dem Umbau in Westeuropa von wohlfahrtsstaatlichen Systemen zugunsten einer starken Marktförmigkeit zu tun, mit dem Schwinden gesellschaftlicher Solidarität oder mit enormen Sorgen und Ängsten vor Abstieg.“

Veröffentlicht unter Geschichte, Vortrag
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