Das Meer der Barmherzigkeit

Möge Allāh diese Versammlungen kontinuierlich machen In shāʼllāh. Mā shā’a llāh. Diese Zusammenkünfte sind beständig. Dies ist nicht für jedermann geschrieben. Allāh der Allmächtige hat die Menschen geschaffen und den rechten Weg gezeigt, und den guten Weg gezeigt, aber die Menschen kommen doch nicht in Scharen auf diesen Weg. Ihr Ego will es nicht. Shayṭān will es nicht. Hunderte Hindernisse kommen, wenn Menschen versuchen, Gutes zu tun. Es ist so mit jeder Arbeit. Es ist schwer zu tun. Es ist schwer, Gutes zu tun. Man sagt: „Es ist schwer, etwas aufzubauen, aber leicht, zu zerstören“. Genauso ist es.
Shaykh Effendi und die Shaykhs nehmen uns wie einen groben Felsblock, und nach und nach behauen und formen sie den Stein und bringen eine schöne Gravur zum Vorschein. Sie bringen ein schönes Juwel von uns zum Vorschein und lehren uns. Sie lehren Schönheit und zeigen den Menschen schöne Dinge. So dass Menschen auf diesem Weg als gute Menschen bekannt sind, möchten Shaykhs die meiste Zeit ihre eigenen Muriden und Studenten die besten Manieren (Adab) beibringen. Menschen, die bereit sind, diese Ausbildung anzunehmen, helfen ihrem Shaykh und machen ihre Shaykh glücklich.
Einige Shaykhs nehmen jeden an, wie immer sie auch sein mögen. Die Lehr-Methoden und das Training jedes Shaykhs sind anders. Einige Shaykhs nehmen nicht jeden. Einige Shaykhs wie Mawlānā Shaykh akzeptieren alle. Wenn man in einer Welt mit so viel schlechtem Benehmen auf diesem Weg kommt und ein „Allāh“ sagt, sind diese Shaykhs dafür auch schon dankbar. Aber sie haben eine andere Liebe für Brüder und Schwestern (ikhwan), die gutes Benehmen zeigen und wirklich ihr Ego besiegen.
Viele sagen, dass sie diesen Weg gingen, und „unser Shaykh hat uns nichts gesagt“ [dass sie etwas falsch machen], und sind damit durchgekommen. Mawlānā Shaykh hat alle toleriert, aber Mawlānā Shaykh ist jetzt im Jenseits. Einige dieser Leute bedauern jetzt, andere denken, dass sie Recht haben und machen wie bischer weiter. Wir können diesen Leuten auch nichts sagen.
Diejenigen, die ihrem Shaykh in der Welt gehorchen und ihr Ego reinigen, nicht auf dem schlechten Weg gehen; ohne Heuchelei, aber mit aufrichtiger und wahrer Rechtschaffenheit; mit der Liebe zu Allāh, mit der Liebe zum Propheten, und mit der Liebe zu den Auliya; ihnen gehorchen und tun, was sie sagen, sie werden ihnen im Jenseits näher sein. Die Station eines jeden ist entsprechend der Dienste, die sie geleistet haben und entsprechend dem Guten, das sie getan haben. Je mehr sie ihrem Shaykh gefolgt sind und je mehr sie seinen Befehlen gehorcht haben, desto näher werden sie sein.
Selbst wenn sie nur einer aus tausend Anweisungen Mawlānā Shaykhs gehorchen, werden sie daraus ihren Vorteil haben und ihrem Shaykh im Jenseits näher rücken. Aber seine Ebene würde viel weiter entfernt sein. Doch die Ebene der Menschen, die mit ihren Shaykh sind, seine Befehle und Anweisungen befolgen und ihren Shaykh nicht dazu bringen, sie ermahnen zu müssen, wird sehr unterschiedlich sein.
Die heilige Rabia Al Adauwiyya war eine Frau, eine Frau von den Auliya. Sie pflegte tausend Rakᶜa pro Nacht zu beten. Auf die Frage: „Warum machst du das?“, antwortete sie, „Ich mache das nicht für Belohnungen. Ich mache es nur, damit andere Gemeinschaften es sehen und sagen, dass selbst eine schwache Frau aus der Gemeinschaft unseres Heiligen Propheten tausend Rakᶜa pro Nacht betet. Nur deswegen mache ich das.“ Was für ein Benehmen! Bestes Benehmen. Tausend Rakᶜa bedeutet, dass die Heilige nachts nicht geschlafen hat. Und das nur, um zu zeigen, was für eine gute Gemeinschaft die Gemeinschaft unseres Propheten im Vergleich zu anderen Gemeinschaften ist. Sie sagt das in einer Weise, dass sie eine schwache Frau ist und andere können mehr tun als sie. Das zeigt die Macht ihres Glaubens und ihrer Liebe zu unserem Heiligen Propheten.
Wer weiß was Leute tun, dass manchmal unser Shaykh ermahnt und kritisiert wurde für das, was sie getan haben. Denn er war tolerant gegenüber Menschen, um Allāhs Willen, was auch immer gegen ihn gesagt wurde, umso mehr erhöhte Allāh der Allmächtige seinen Stand. Je mehr man schlecht über ihn gedacht hat, desto mehr erhöhte Allāh seinen Stand. Weil unser Prophet sagte auch: „Wenn ein böses Wort gesagt wird, dann steigt dieses Wort auf. Wenn die Person dieses Wort verdient, geht es zu ihm. Falls nicht, geht es zurück zu dem Mann, der es gesagt hat.“ Mawlānā Shaykh war der Erbe des Propheten. Keiner seiner Handlungen war – Gott bewahre (Hascha) – außerhalb des Weges, außerhalb der Sharīʿa, oder außerhalb der Tariqa. Darum gingen die schlechten Worte gegen ihn zurück zu den Menschen, die sie sagten, und sein Stand wurde höher.
Mawlānā Shaykh würde kein böses Wort zu irgendjemand sagen. Er würde kein Wort sagen, das jemanden verletzen würde. Nie kam Fluchen aus seinem Mund. Das war ein Wort, das er nicht mochte. Sogar für Shayṭān, würde er sagen: „Möge er finden, was er verdient.“ Das Wort hätte gesagt werden können, aber Mawlānā Shaykh wollte nicht, dass es aus seinem Mund kommt. Allāh sei Dank, hinterließ er gute Dinge für uns, für die Geschwister, für alle, für die Menschen, die ihn kannten oder ihn nicht kannten. Viele Menschen, auch einige Leute, die schlecht von ihm dachten, bereuten. Allāh vergibt, solange sie bereuen. Allāh ist voller Vergebung. Unser Shaykh mag Toleranz auch. Er würde auch vergeben.
Diese Sache, die wir tasauwuf und ṭarīqa nennen, sind zur Erfüllung von Allāhs Aufträgen und um den Menschen Barmherzigkeit zu zeigen und barmherzig zu sein. Nicht nur zu den Menschen, sondern wir müssen zu alle Geschöpfen barmherzig sein. Natürlich beginnt Barmherzigkeit mit den Menschen, weil es darum geht, Menschen vor der Hölle zu retten. Wie gesagt, er toleriert alles, um sie zu retten. Dies ist das Beispiel einer Person, die komplett von Egoismus gereinigt ist. Das ist eine gereinigte Seele.
Es gibt keine Selbstsüchtigkeit in Tariqa. Es gibt viele Menschen, die über Gegner sagen: „Lasst sie sterben! Lasst sie in die Tiefen der Hölle gehen!“ So etwas gibt es nicht mit Shaykhs (Maschaykh). Sie sagen: „Das sind Leute, die Allāh erschaffen hat, dies ist ein Diener von Allāh erschaffen, und lasst ihn uns vor der Hölle retten.“ Er kann nichts Materielles gewinnen, indem er sie vor der Hölle rettet. Sie tun es nur für die Sache Allāhs und für die Segnungen Allāhs. Dies ist barmherzig sein zu den Menschen. Auch wenn viele Tiere sterben, sie werden zu Staub werden und vergehen, aber wichtig ist das Leben der Menschen nach diesem Leben. Deshalb versuchen die Shaykhs, sie zu retten.
Wie gesagt, sind so die Shaykhs. Sie sind die wahren Shaykhs.
Die anderen sind natürlich auch wahr, aber sie können sich nur um die Menschen um sie herum kümmern. Das ist entsprechend ihrer Stärke. Einige von ihnen akzeptieren alle, und einige von ihnen nehmen ein paar Leute an und kümmern sich um sie. Ihre Stationen reichen dazu aus, aber unser Shaykh und die größten Auliya wie Hazrat Rumi möchten alle zu Allāhs Meer der Barmherzigkeit bringen. Das Meer der Barmherzigkeit ist groß, und es ist genug für alle. Was bedeutet genug? Wenn alle Menschen einen Punkt dieses Meer der Barmherzigkeit betreten, auch dann ist noch viel Platz übrig. Allāhs Souveränität und Allāhs Größe ist zu viel für alle Menschen. Sogar Staub wird als größer betrachtet.
Möge Allāh diesen Glauben (iman), diesen Service (hizmat) und diese Liebe (ᶜashq) auch in unsere Herzen geben In shāʼllāh. Weil diese Liebe und diese Zuneigung (muhabbat) ist wichtig. Diese Sachen funktionieren nicht, wenn es keinen Glauben gibt. In shāʼllāh funktioniert es. Mawlānā Shaykh hat uns alle wie ein Samenkorn zurückgelassen. Er blickte über Jahren auf uns, um den Menschen um ihn herum und Menschen im Leid zu helfen. Er ging zu denen in der Nähe und überall hin in der Welt. Weil ihr Blick macht den Ungläubigen (Kāfir) zu einem Heiligen (Wali). Infolgedessen wurden so viele Ungläubige zu Muslimen und Auliya. Mawlānā Shaykh gingen überall hin, ohne zu stoppen, solange seine Energie mit ihm mithalten konnte. Er ging überall, wo er eingeladen wurde. Das ist seine Weisheit. Wir sehen wirklich, dass jeder seiner Muriden, Leute wohin er ging, wieder Menschen versammelt. Er gab ihnen ein Geheimnis.
Ihr Blick, wenn sie auf uns sehen, hat eine Kraft, die nicht in Maschinen und Instrumenten gesehen werden kann. Das ist auch das Geheimnis, ein Wali zu sein, und das Geheimnis von denen, die Heiligkeit erreicht haben. Er macht sofort, dass das Herz zu arbeiten beginnt, und er ist der Schlüssel des Herzens. Mit diesem Schlüssel, öffnet er langsam. Auch wenn er nichts tut, sind die Menschen von diesem seinem Stand angezogen und die Menschen profitieren von ihm. Möge Allāh sein Geheimnis heiligen (qaddasallahu sirrah), möge sein Stand hoch sein und möge seine Unterstützung (Himmat) verfügbar sein. In shāʼllāh.

Wa Minallah at-Tawfeeq. Al-Fātiḥa.

Vortrag von Shaykh Muḥammad ᶜᾹdil ar-Rabbani am 23. Mai 2015, Ayyub Sulṭān Dargāh

Quelle: http://eng.hakkani.org/our-shaykh-was-like-an-ocean-23-may-2015/

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