Österreichisch – Osmanische Freundschaft 1918

Im Mai 1918 reiste der österreichisch-ungarische Kaiser Karl I. mit seiner Frau Kaiserin Zita zu einen offiziellen Staatsbesuch in der Hauptstadt des Osmanischen Reiches, Stambul. Schon 1869 hatte Kaiser Franz Joseph den osmanischen Sultan besucht, in der Zwischenzeit waren die Beziehungen zwischen den beiden Reichen noch freundschaftlicher geworden.

Im Mai 1918 reiste der österreichisch-ungarische Kaiser Karl I. mit seiner Frau Kaiserin Zita zu einen offiziellen Staatsbesuch in der Hauptstadt des Osmanischen Reiches, Stambul. Schon 1869 hatte Kaiser Franz Joseph den osmanischen Sulṭān besucht, in der Zwischenzeit waren die Beziehungen zwischen den beiden Reichen noch freundschaftlicher geworden. Man war zu Schicksalsgenossen geworden, kämpfte gemeinsam im 1. Weltkrieg, und sowohl der Kaiser als auch der Sulṭān wollten so schnell wie möglich Frieden schließen.
Unmittelbar vor der Ankunft des jungen Kaiserpaares wurde in „ATI“ (die Zukunft) folgender Artikel veröffentlicht.

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Verlautbarung

Der 40. Shaykh aus der Goldenen Kette des Ordens der ehrenwerten Naqshibandiyya, Mawlānā Shaykh Muhammed Nazım al Rabbani hat sich am 07.05.2014 in Körper und Erscheinung von dieser Welt getrennt. Sein Bild hat sich von dieser Welt getrennt, jedoch hat er uns nicht verlassen. Er wird weiterhin sein Versprechen, das er in der Zeit der Vorewigkeit, am Tage des Versprechens gab, bis hin zum Tage des Jüngsten Gerichts halten und uns immer begleiten und über uns wachen. Für alle Gläubigen und Anwärter des Sufi-Pfades ist dies eine über alle Zweifel erhabene Wahrheit.

Unser Shaykh wird weiterhin fortfahren uns den Pfad der Göttlichen Liebe zu lehren, uns mit unseren Egos zu prüfen, sie zu erziehen und uns zu vervollkommnen, im Unsichtbaren durch seine spirituelle Gegenwart, im Sichtbaren über seinen Nachfolger Shaykh Muḥammad ᶜᾹdil al Rabbani. Somit ist das nächste Glied der Shaykhs in der Goldenen Kette des Ordens der ehrenwerten Naqshibandiyya nach Mawlānā Shaykh Nazım al Rabbani, ausgewählt und persönlich ernannt durch das Siegel der Propheten Muhammed (Allāh segne ihn und schenke ihm Frieden), Shaykh Muḥammad ᶜᾹdil al Rabbani.

Shaykh Muḥammad Efendi ist von nun an auf Erden der Meister aller Naqshibandi, aller Naqshibandi-Lehrer und ihrer Schüler. Es ist eine frohe Botschaft für alle, dass wir nicht ohne Führung bleiben und Göttliche Barmherzigkeit und himmlischer Segen weiterhin durch solche Gottesfreunde auf uns kommen werden.

Möge Allāh der Herr das himmlisches Geheimnis von Mawlānā Shaykh Nazım al Rabbani heiligen und sein Licht und seine Ehre auf Erden und in den Himmeln allgegenwärtig halten und preisen. Möge seinem Nachfolger Shaykh Muḥammad Efendi seine neue Aufgabe und Stufe gesegnet sein.  Möge die endlose Barmherzigkeit des Allbarmherzigen Herrn über die gesamte Menschheit walten.

 

 

Die Habsburger-Monarchie als Vorbild für heute?

„Ich habe im Vorkrieg [Anmerkung: in der Zeit vor dem 1. Weltkrieg] die höchste Stufe und Form individueller Freiheit und nachdem ihren tiefsten Stand seit Hunderten Jahren gekannt [] Wir haben mehr Freiheit im staatsbürgerlichen Sinne genossen als das heutige Geschlecht, das zum Militärdienst, zum Arbeitsdienst, in vielen Ländern zu einer Massenideologie genötigt und eigentlich in allem der Willkür stupider Weltpolitik ausgeliefert ist. Wir konnten ungestörter unserer Kunst, unseren geistigen Neigungen uns hingeben, die private Existenz individueller, persönlicher ausformen. Wir vermochten kosmopolitischer zu leben, die ganze Welt stand uns offen. Wir konnten reisen ohne Pass und Erlaubnisschein wohin es uns beliebte, niemand examinierte uns auf Gesinnung, auf Herkunft, Rasse und Religion. Wir hatten tatsächlich – ich leugne es keineswegs – unermesslich mehr individuelle Freiheit und haben sie nicht nur geliebt, sondern auch genutzt.“

Stefan Zweig: Die Welt von Gestern (1942)

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Und die Kinder lernen seit Jahrzenten in der Schule, wie sehr die Menschen in der Monarchie unterdrückt worden sind und dass sie 1918 durch die Einführung der Republik endlich die Freiheit bekamen. Aber langsam bröckelt dieses Bild. Immer mehr Bücher und Artikel sehen in der k.u.k. Monarchie viele positive Aspekte, basierend auf historischen Dokumenten und Aufzeichnungen von Zeitzeugen.

 

640 Jahre Haus Habsburg in Österreich

Die Habsburger-Herrschaft in Österreich war eine der längsten Herrschaften eines Hauses in Europa. Als Rudolf I. überraschend deutscher König wurde und in Österreich den „einheimischen“ Böhmen-König Ottokar vernichtend schlug, setzte er sich hier fest. Er belehnte seine Söhne mit Teilen Österreichs und baute so eine Hausmacht auf. Rudolf IV. der Stifter hatte große Pläne für Österreich, verstarb aber schon sehr früh. Sein massiv unterschätzter Großneffe Friedrich III. setzte diese Visionen dann um. Es gelang ihm nicht nur, die inzwischen verzweigten Familienbesitzungen wieder zusammenzuführen und durch Eheschließungen enorm zu vergrößern, er setzte auch die Familie Habsburg für die nächsten Jahrhunderte auf den römisch-deutschen Kaiserthron.

 

A.E.I.O.U. – Austrias Emperor Ist Oberster Untertan?

Und wie er die Habsburger-Dynastie als europäische Großmacht etablierte, obwohl er eigentlich völlig machtlos war, setzte den Standard für viele seiner Nachfolger. Ein tiefgläubiger Mensch, der viele Nächte im Gebet verbrachte, wollte er nicht Macht und Luxus für sich selbst, sondern sah sich (und das Haus Habsburg) durch göttliche Berufung verantwortlich für das Wohlergehen seiner Untertanen. Selbst bescheiden und anspruchslos, kümmerte er sich unermüdlich darum, den Lebensstandard des Volkes zu verbessern. Er regelte die Wirtschaft, führte Qualitätskontrollen und Höchstpreise bei den alltäglichen Produkten ein. Er hinterließ geschätzte 30.000 bis 50.000 Urkunden. Er vermied Schlachten wenn möglich, wich aus, tat scheinbar nichts, und auch eine verlorene Schlacht bedeutete noch nicht, dass die Sache verloren war. Friedrich dachte und plante langfristig, war auf nachhaltigen Erfolg aus und nicht auf schnellen Gewinn. Seine Gemahlin Eleonore war von Portugal eine prächtige Hofführung gewohnt. Sie empfand den Haushalt ihres Gatten als besonders ärmlich, war aber auch aufgebracht, dass der Kaiser sich durch    nichts und niemanden persönlich beleidigen ließ. Auf Frechheiten, Aufmüpfigkeit und Rebellion von Untergebenen reagierte er mit einem Lächeln. Und seine „Rache“ bestand dann darin, dass er diese Rebellen bei der Audienz so lange warten ließ, bis sie zermürbt klein bei gaben, wie sein Zeitgenosse, der Historiograph Josef Grünpeck schrieb.    

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Die Gemeinsame Armee

Was Friedrich noch fehlte, wurde von seinen Nachfolgern aufgebaut: eine eigene, schlagkräftige Armee, welche der Dynastie auch durch militärische Stärke ihren Fortbestand sicherte. Die Armee der Habsburger mag nie so stark gewesen sein wie zeitweise die Heere anderer europäischer Mächte, aber sie war ein konstanter Faktor, verlässlich und treu. Als Franz Joseph mit nur 18 Jahren neuer Kaiser von Österreich wurde, mitten in der Revolution von 1848, war es  diese Armee, auf die er bauen konnte. Die Gemeinsame Armee, wie sie nach dem Ausgleich mit Ungarn offiziell hieß, war nicht nur ein Schutz gegen außen, sondern auch eine verbindende Klammer innerhalb des Vielvölkerstaates. Das Heer war eine integrative Kraft, und selbst neue Völker wurden schnell eingebunden. Während sich die Bosnier zuerst gegen die neue österreichisch-ungarischer Verwaltung vehement zur Wehr setzten, sahen sie schon bald die Verbesserungen, die sich für sie ergaben, und die entstehenden 4 bosnisch-herzegowinische Infanterie-Regimenter gehörten später zu den treuesten und zähesten Einheiten.

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Vielfalt der Völker, Vielfalt der Sprachen

Es gab zwölf Sprachen als Regimentssprachen: Wenn in einem Regiment mindestens ein Fünftel der Soldaten über eine gemeinsame Muttersprache verfügten, hatten sie das Recht darauf, vom Offizier in dieser Sprache ausgebildet zu werden. Über die Hälfte der Truppenkörper waren zweisprachig, manche sogar drei- oder viersprachig. Darüber hinweg gab es Deutsch als Kommandosprache, und diese umfasste rund 80 kurze Befehle, die jeder Soldat lernen musste. Nur in der Marine war Italienisch die Leitsprache. Auch im Abgeordnetenhaus des österreichischen Reichsrates waren alle Nationalitäten des Reiches anteilsmäßig vertreten, und viele Abgeordnete hielten ihre Reden in ihrer Muttersprache.

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Vielfalt der Völker, Vielfalt der Religionen

In der Reichskrone des Heiligen Römischen Reichs, mit der die Habsburger Jahrhunderte lang gekrönt wurden und die heute noch in der Wiener Hofburg zu sehen ist, verweist der alttestamentarische Spruch „Per me reges regnant“ – „Durch mich regieren die Könige“ (Buch der Sprichwörter 8,15) auf das Gottesgnadentum ihrer Träger. Staat, Kirche und Dynastie bildeten im Reich eine Einheit, die nicht wegzudenken war. Kaiser Franz Joseph war aus tiefsten Herzen katholisch, Besuche Heiliger Messen gehörten quasi zum Hofzeremoniell. Gleichzeitig war er ein Verfechter unbedingter religiöser Toleranz gegenüber seiner Völker. Als 1912 für seine rund 600.000 in Bosnien ansässigen muslimischen Untertanen das Islāmgesetz erlassen wurde, welches den Islām nach der hanafitischen Rechtsschule als Religionsgesellschaft anerkannte und den Muslimen Selbstbestimmung zusicherte, setzte er das gegen Einwände der katholischen Kirche durch.

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Ab 1867 wurde durch das Staatsgrundgesetz den Juden erstmals in ihrer Geschichte in ganz Österreich der ungehinderte Aufenthalt und die Religionsausübung gestattet. Die Jüdische Gemeinde wuchs in Folge sehr rasch. Ende des 19. Jahrhunderts war ihr Anteil an der Wiener Bevölkerung um die 10%. Und was nach Wegfall der schützenden Hand des Kaisers auf sie zukam, muss hier nicht weiter ausgeführt werden.

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 „Das AEIOU des nüchternsten aller österreichischen Herrscher ist nicht verträumte Phantastik, es ist das nüchternste politische Programm. Österreich ist der einzige Großstaat auf der Erde, der seit Jahrhunderten die Aufgabe hat, verschiedenartige, verschiedensprachige Völker unter einer zusammenfassenden Rechtsform zu vereinigen. Diese österreichische Aufgabe ist vorbildlich für die zukünftige Entwicklung der ganzen Welt… „

Richard von Kralik: Österreichische Geschichte (1913)

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Der Kaiser als Garantie des Zusammenhalts

„Wahrlich, existierte der österreichische Kaiserstaat nicht schon längst, man müsste im Interesse Europas, im Interesse der Humanität selbst sich beeilen, ihn zu schaffen.“ František Palacký, 1848

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Auch in der Donaumonarchie gab es nationalistische Strömungen, die nach Unabhängigkeit strebten. Aber viele sahen wie Palacký klar, dass ein Überleben als unabhängiger Kleinstaat schwieriger wäre als der Fortbestand als Teil der Habsburger-Monarchie. Am Ende wurde der Staat hauptsächlich durch die freundliche Autorität zusammengehalten, die der alte Kaiser repräsentierte. Manche sahen in ihm vielleicht ein Relikt aus der Vergangenheit, aber kaum jemand zog auch nur in Erwägung, seine Position anzuzweifeln. Selbst Sozialdemokraten wie Viktor Adler strebten Verbesserungen innerhalb des Kaiserreichs an und nicht dessen Abschaffung. Der Kaiser war die Identifikationsfigur für das Wir-Gefühl innerhalb der Doppelmonarchie.

                              

Und was blieb?

Nach dem 1. Weltkrieg war nicht nur der Kaiser weg, sondern auch die Größe und die politische Stabilität. Politik wird heute von den meisten Bürgern mit Korruption assoziiert. In manchen ehemaligen Kronländern ist noch immer kein politischer Friede eingekehrt und gerade dort gedenkt man mehr und mehr wieder der „guten alten Zeit“ unter dem Doppeladler. Und in Österreich selbst haben sich die Menschen resignativ mit den heutigen politischen Zuständen abgefunden – aber tief drinnen im Herzen ist immer noch das Wissen, dass es etwas Besseres gibt.

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„Dieses AEIOU aber – das Friedrich wahrscheinlich gerade in seinen schwersten Tagen geprägt hat, gleichsam als Beweis für die Unbesiegbarkeit Österreichs oder als ständige Erinnerung, auch in besonders trostlosen Augenblicken, an seine ewige Funktion, die in den Augen Friedrichs III. unauslöschbar und weltumfassend war -, dieses AEIOU ist geblieben, und im Grunde genommen ist es auch heute noch das Geheimzeichen, das sich jene, die an Österreich glauben, wie ein Codewort zuwerfen.“ 

Fritz Molden: Die Österreicher oder die Macht der Geschichte (1987)

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Ein König in Berlin

Prinz Leka II. von Albanien als Ehrengast eines Gala-Abends in Schloss Charlottenburg

Als Zogu I., König der Albaner, am 20. Februar 1931 aus der Wiener Staatsoper herauskam, verübten zwei Exil-Albaner ein Revolverattentat auf ihn. Der König schoss zurück, blieb unverletzt, sein Adjutant aber erlag einem Kopfschuss. (Im Episoden-Film „Aria“ von 1987 diente dieses Ereignis als Vorlage der Eröffnungs-Sequenz zur Musik von Verdis Oper „Maskenball“, wie sich vielleicht manch einer erinnert). Als sein Enkel Leka II. am 22. März 2014 einen Gala-Abend in Berlin-Charlottenburg besuchte, verlief Gott-sei-Dank alles friedlich und harmonisch.

Leka II.

Prinz Leka wurde 1982 als einziges Kind von König Leka I. und der Australierin Susan Cullen-Ward in Johannesburg geboren. Bei seiner Geburt erklärte die südafrikanische Regierung die Entbindungsstation vorübergehend zu albanischem Territorium, um seine Legitimität als Thronfolger zu gewähren. Prinz Leka lebt heute in Albanien, hat für das Außenministerium und später für das Innenministerium gearbeitet und ist seit 2012 Berater des albanischen Präsidenten Bujar Nishani. Diesen März kam er für einen Kurzbesuch nach Berlin, auf Einladung und als Ehrengast der „Kaiserlich Deutsch-Osmanischen Gesellschaft e.V.“.

Imperial German-Ottoman Gala-Evening

Gemeinsam mit der Preußischen Gesellschaft veranstaltete die KDOG diesen Gala-Abend zur Förderung länderübergreifender Freundschaft vor dem Hintergrund der jahrhundertelangen deutsch-osmanischen Beziehungen. Wie die Veranstalter Gerd Rebler und Ayberk Gökcimen von der KDOG erklärten, war das Ziel des Abends, in prächtigem historischen Rahmen gemeinsam das friedliche Zusammenwirken von Orient und Okzident über alle kulturellen, religiösen und nationalen Unterschiede hinweg zu feiern. Musikalisch gab es ein junges klassisches Streicher-Duo aus Wien zu bewundern, das gerade die ersten internationalen Erfolge feiert, eine lautstarke und farbenprächtige osmanische Mehter-Kapelle im alten Stil, wie sie früher die türkischen Heere begleiteten, und als krönenden Abschluss spirituelle Sufi-Musik mit Sheik Bahauddin ᶜᾹdil aus Zypern, der auch der Schirmherr der Veranstaltung war. Dazwischen gab es Vorträge und Reden der Veranstalter, von Shaykh Bahauiddin ᶜᾹdil und von Stefan Scholz, einem Historiker von der Universität Prag.

Etwa 500 Besucher waren in die Große Orangerie von Schloss Charlottenburg geströmt, was einen ziemlichen Stau beim Einlass verursachte. Die genauen Kontrollen der Event-Security sollten wohl verhindern, dass es Prinz Leka wie seinem Großvater ergeht. Der Prinz hielt auch die Eröffnungsrede und wurde später von Shaykh Bahauddin als würdiger Nachfahre von Alexander dem Großen bezeichnet. Wie andere Nationen sehen sich ja auch die Albaner in der Tradition dieses großen Herrschers der Antike. Die Veranstaltung dauerte fast bis 2 Uhr früh und auch Prinz Leka und seine Begleiter (darunter der albanische Botschafter in Berlin) blieben fasziniert bis zum Schluss.

König Zogu I.

Sein Großvater Zogu I., König der Albaner, stammt aus einer alten albanischen Adelsfamilie und mütterlicherseits aus der Familie des albanischen Nationalhelden Skanderbeg. Er wurde in Konstantinopel ausgebildet und folgte nach dem Tod seines Vaters ihm als Gouverneur der Region Mati nach. 1912 war er Mitunterzeichner der albanischen Unabhängigkeitserklärung. Im 1. Weltkrieg diente er in der österreichisch-ungarischen Armee als Oberst. Nach dem Krieg kehrte er nach Albanien zurück und wurde Gouverneur, Innenminister, Ministerpräsident und 1925 Präsident. Es gelang Zogu, langsam das „Gefühl einer albanischen Nation“ in den Albanern zu wecken, für die zuvor meist nur der eigene Clan von Bedeutung gewesen war. 1928 krönte sich Zogu zum König der Albaner und erklärte das Land zu einer konstitutionellen Monarchie. 1939 fielen italienische Truppen in Albanien ein, nachdem Zogu Forderungen abgelehnt hatte, die für einen souveränen Staat unzumutbar waren. Zogu musste nach Griechenland fliehen. Zwei Tage vor der italienischen Invasion wurde Leka I. geboren. Die folgenden Jahre verbrachte der König in Großbritannien und Ägypten und starb 1961 in Frankreich – er sollte seine Heimat nie wiedersehen.

Leka I.

Leka I. studierte an der Sorbonne und absolvierte die Militärakademie Sandhurst, lebte als Geschäftsmann in Südafrika und kehrte erstmals 1993 nach Albanien zurück, das sich nach dem Tod des Diktators Enver Hoxhas und der Überwindung des Kommunismus im politischen Chaos befand. Korruption und eine katastrophale Wirtschaftslage bestimmten die Situation, viele Albaner flohen nach Italien. Gleichzeitig mit den Parlamentswahlen im Juli 1997 wurde ein Referendum zur künftigen Staatsform Albaniens durchgeführt. Prinz Leka erzählte in Berlin, dass sich etwa 70% der Albaner damals für die Wiedereinführung der Monarchie aussprachen, aber das Ergebnis verfälscht wurde, mit Billigung des Auslands, vor allem des großen Nachbarn Griechenland. König Leka zweifelte die Unabhängigkeit der Wahlkommission an, es kam zu Ausschreitungen und Leka musste fluchtartig das Land verlassen. Salih Berisha, damals Präsident, gab 2011 zu, dass die Volksabstimmung nach dem stalinistische Prinzip „Du wählst, aber ich zähle die Stimmen „durchgeführt worden war, und dass die Albaner massiv für ihren König gestimmt hatten.

2002 baten 72 Parlamentsmitglieder die königliche Familie, nach Albanien zurückzukehren. Nach einem Beschluss der albanischen Regierung im Jahr 2006 erhielt Leka den ehemaligen königlichen Palast seiner Familie in der Hauptstadt Tirana zurück. Die Monarchistische Partei PLL (Partia Lëvizja e Legalitetit) zog schon 2001 als Teil eines Wahlbündnisses ins Parament ein. Leka selbst wählte aber nie, weil er „über allen politischen Parteien steht, auch über meiner eigenen.“ 2011 starb er in Tirana.

Leka II.

Prinz Leka schloss die Militärakademie Sandhurst 2006 als “Best foreign student of the Academy“ ab. Der 32-jährige ist heute durch seine freundliche und bescheidene Art in Albanien sehr populär. Dazu trägt auch seine Verlobung mit der Schauspielerin, Sängerin und Tänzerin Elia Zaharia bei (die Zaharia Familie wurde bereits im 14. Jahrhundert erstmals erwähnt). Die beiden sind ein attraktives Paar, wie es sich die Illustrierten nur wünschen können – schon 2003 war er Teil der Titelstory „Young and Royal“ in Vanity Fair.

Prinz Leka erzählte, dass er immer den direkten Kontakt zur Bevölkerung sucht, den Menschen zuhört und versucht, zu helfen. Auf die Medien könne er sich nicht verlassen, die sind korrupt und richten sich nach denen, die am meisten bezahlen. Er unterstützt humanitäre Bemühungen und Selbsthilfe-Projekte. Er versucht, auch für die Albaner in den Nachbarländern da zu sein, ohne aber die bestehenden albanischen Grenzen anzuzweifeln – er strebt nicht nach der Etablierung eines Groß-Albaniens. Aber er bemüht sich, eine engere Zusammenarbeit Albaniens mit seinen Nachbarn zu erreichen, nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht. Zusammen kann man dann mehr Einfluss auf die europäische und internationale Politik nehmen.

Wer Albanien kennt, meinte Prinz Leka lächelnd, der weiß, dass sich dort alle Männer wie Könige fühlen. Wenn er dann – so Gott will – einmal gekrönt wird, dann wird er der „High-King“ der Albaner sein.