Ärgert euch nicht!

As-salāmu ᶜalaykum wa-raḥmatullāhi wa barakātuhu. Aᶜūdhu billāhi mina sh-shayṭāni r-rajīmBismillāhi r-raḥmāni r-raḥīm.

Es gibt Dinge, die sehen klein aus, sind aber schwer zu tun. Sie baten den Propheten (saws), einen Rat zu geben. „Lā taghḍab!“, sagte er. „Ärgert euch nicht!“ Nur ein Wort. Dann sagte er (saws) noch einmal „Lā taghḍab!“ Gib uns einen anderen Rat. Das ist leicht. Unser Prophet (saws) sagte wieder: „Lā taghḍab!“ – „Ärgert euch nicht!“ Sie fragten ihn viele Male. Jedes Mal sagte er dasselbe. Es ist schwierig, sich nicht zu ärgern. Deshalb ist das, was der Prophet (saws) sagt, nicht leicht. Es ist nicht leicht, sich nicht zu ärgern. Dieser Rat ist für die ganze Nation.

Unser Prophet (saws) fragte: „Der Mutige oder der Tyrann, wer ist der Held?“ Er (saws) fragte: „Man huwa sh-shujāᶜ?“ – „Wer ist der Held?“ ٍٍShujāᶜ bedeutet Held. Der Held ist jemand, der seinen Ärger unter Kontrolle hat. Es ist leicht, ein Held zu sein gegen andere Leute, aber den Ärger deines Egos unter Kontrolle zu haben, ist eine schwierige Sache. Deshalb ist der Rat unseres Propheten (saws) an die Menschen, an die Nation: „Ärgert euch nicht!“ Sich zu ärgern, ist meistens schädlich. Es gibt Momente, um zornig zu sein, aber sie sind sehr selten. Die meisten Menschen tun das nicht. Sie ärgern sich, wenn es nicht nötig ist. Es gibt Momente, wenn es nötig ist, zornig zu werden. Um Allāhs Befehl einzuhalten, um einem Unterdrückten zu helfen. Niemand wird dann zornig. Sie sagen: „Wen interessiert das?“ oder „Lasst uns keinen Ärger bekommen!“ Und sie werden nicht zornig. Aber bei anderen Gelegenheiten kämpfen sie.

Hz. Abū Bakr war sehr sanft und milde. Er war mit dem Propheten (saws) die ganze Zeit, nie getrennt. Er war aṣ-Ṣiddīq. Die Menschen, die ihn kannten, sagten, er war milde. Hz. ᶜUmar hingegen war ein sehr zorniger Gefährte, die beiden Kalifen unseres Propheten (saws). Nach unserem Propheten (saws) fielen 90 Prozent der Araber vom Glauben ab und verließen die Religion. Hz. Abū Bakr zog sein Schwert. Er sagte: „Bis sie zur Religion zurückkommen, werde ich mein Schwert nicht wieder in die Scheide stecken.“ Er war zornig für Allāh. Ein sanfter, ruhiger, milder Mensch, aber Hz. Abū Bakr zeigte ihnen, dass er der Kalif des Propheten (saws) war. Hz. ᶜUmar sagte zu Hz. Abū Bakr: „Es sind eine Menge Menschen, seien wir politisch! Sprechen wir mit ihnen!“, etc. Hz. Abū Bakr gab ihm eine wunderbare Antwort: „Du warst ein Löwe in den Tagen der Unwissenheit, hast du dich in ein Kaninchen verwandelt in den Tagen des Islām?“ Hz. ᶜUmar war der Zornige, gegen alles. Hz. Abū Bakr war das Gegenteil, aber für den Islām und Allāh zeigte er seinen Zorn. Dies ist eine Lektion für alle.

Es ist ein großes Attribut, den Ärger zu kontrollieren. Es ist nicht leicht. Wie gesagt, es ist keine leichte Sache. Das Ego zu kontrollieren, sich nicht zu ärgern, ist schwierig. Besonders was gegen euer Ego kommt – dies ist die Bestimmung der Ṭarīqa. Was auf mein Ego kommt, statt mich zu ärgern, sollte ich glücklich sein. Ich sollte sagen: „Das ist nichts. Mein Ego verdient mehr.“ Viele Mashāyikh litten. Sie wurden beschimpft, hinausgeworfen, die meisten der Mashāyikh, Ṣāliḥīn, Propheten. Aber natürlich, weil die Propheten unschuldig sind, berührt es sie nicht. Sie waren geduldig mit ihrem Ego. Sie bezwangen den Ärger ihres Egos. Wie gesagt, auf diese Weise wurden sie die Löwen Allāhs, die Helden Allāhs. Diese Sanftmut – „Innamā l-ᶜilmu bi t-taᶜallumi wa innamā l-ḥilmu bi t-taḥallum.“ – „Wahrlich Wissen kommt durch Lernen und wahrlich Weisheit kommt durch Sanftmut.“ Sich nicht zu ärgern, sanft zu sein, bi t-taḥallum, geschieht langsam, nicht plötzlich. Wie gesagt, es ist ein sehr schwieriges Thema.

Ärger ist natürlich eine der größten Waffen des Teufels. Er hat größere Waffen als das, aber Ärger ist eine von ihnen. Er hebt Menschen hoch mit Ärger und wirft sie nieder mit Schaden. Sie können ihren Ärger nicht kontrollieren und bereuen es später. Das Ego kann die Welt in diesem Moment zerstören, wird es aber später bereuen. Um das zu verhindern, ist der Rat unseres Propheten (saws), der Rat und die Führung aller Mashāyikhs, den Ärger des Egos zu kontrollieren. Möge Allāh uns allen helfen, denn wir haben ihn alle, jeder hat ihn. Er sollte nur für Allāh sein, für Allāhs Weg. Allāh erschuf zwei Seiten; eine Seite geht zum Guten, eine Seite geht zum Schlechten. In shāʼllāh, möge unser Ärger um Allāhs willen sein. In shāʼllāh.


Viele Dinge fühlst du, sind kleine Dinge. Ihr kümmert euch nicht um die eine wichtige Sache. Sie baten den Propheten (saws), einer der Gefährten: „Geliebter Prophet (saws), gib mir einen Rat, der gut für mich ist.“ Der Prophet (saws) sagte: „Lā taghḍab!“ „Ärgere dich nicht!“ Er sagte: „Okay, der nächste!“ „Was ist, gib mir noch einen Rat, etwas Gutes zu tun!“ Der Prophet (saws) sagte: „Lā taghḍab!“ „Ärgere dich nicht!“ Er sagte, vielleicht kann der Prophet, astaghfirullāh, noch einen anderen Rat geben. Er bat ihn wieder. So viele Male er bat, jedes Mal bekam er dieselbe Antwort. Denn sich nicht zu ärgern, ist nicht leicht. Ärger ist schwierig, schwierig zu kontrollieren. Ihn unter eure Kontrolle zu bringen, ist eine sehr schwierige Sache. Deshalb sagte der Prophet (saws) diesem Ṣaḥāba„Ärgere dich nicht!“

Ein anderes Ḥadīth lautet auch: „Wer ist ein Held? Wer mit den Leuten kämpft, wer dies und das macht oder diese starke Sache macht?“ Er sagte: „Ein Held ist – wer seinen Ärger kontrolliert.“ Wirklich, es ist keine leichte Sache. Ärger ist eine furchtbare Sache. Wenn ein Mensch sich ärgert, wird er wie verrückt. Nichts kann ihn aufhalten. Viele Menschen sind im Gefängnis, wegen einer Sekunde Ärger tun sie etwas, was sie dann ihr ganzes Leben bereuen. Sie tun es einmal, nach fünf Minuten bereuen sie es. „Ich wünschte, ich hätte das nicht getan! Warum habe ich das getan?“ sagen sie. Und es ist – Allāh erschuf alles zum Nutzen der Menschen und nicht zum Nutzen. Mit dem Ärger ist es genauso. Ärgert euch nicht! Nur für wenige Dinge dürft ihr euch ärgern. Denn die Menschen ärgern sich wegen allem, aber nur für wenige Dinge müsst ihr zornig sein. Ihr müsst, wenn ihr etwas ändern könnt, dann könnt ihr das. Was ist das? Der Befehl Allāhs oder um einem Unterdrückten zu helfen, wenn ihr könnt. Aber die Leuten lassen das. Sie zeigen keinen Ärger dafür. Sie zeigen nur Ärger für alles andere.

Ein Beispiel dafür ist, als Sayyidina Abū Bakr, der Khalīfa des Propheten, der erste Khalīfa (ra) war sehr friedlich, sehr ruhig, ein sehr stiller Mensch. Sayyidinā Abū Bakr war sein ganzes Leben der Freund des Propheten (saws). Und der Prophet (saws) sagte über ihn: „Er ist mein Freund hier und im Jenseits.“ Und wenn irgendetwas Schlechtes geschah, wenn er konnte, richtete er es zwischen den Menschen und ärgerte sich nicht. Und es gab einen anderen Khalīfa, Sayyidinā ᶜUmar, der zweite. Als der Prophet (saws) seine Welt wechselte (von der diesseitigen in die jenseitige), verließen 90 Prozent der Araber den Islām. Warum? Um kein Geld zu bezahlen, Zakāt. Das war das Wichtigste und auch wegen anderer Dinge. Aber sie änderten sich schnell. Sayyidinā Abū Bakr nahm sein Schwert und tat es nicht wieder hinein. Ich werde diese Leute bekämpfen, sagte er, bis der Letzte wieder zum Islām kommt. Und die Menschen waren überrascht. Was ist mit diesem Mann? Er ist ein sehr stiller, sehr ruhiger, sehr sanfter Mann und wird so, will all diese Araber bekämpfen? Er sagte: „Das ist der Befehl Allāhs, der Befehl des Propheten. Ich kann nicht, es kann kein Millimeter sein, ich kann nicht einmal einen Millimeter dulden.“ Und er kämpfte.

Aber Sayyidinā ᶜUmar ärgerte sich wirklich über alles. Viele Male, wenn er vor dem Propheten (saws) war: „Oh Prophet, lass mich den Kopf dieses Mannes von seinem Körper trennen!“ Viele Male sagte er das. Aber dieses Mal kam er zu Sayyidinā Abū Bakr und sagte ihm: „Eile dich nicht, das zu tun! Wir können sprechen. Wir können mit diesen Leuten verhandeln, nicht zu…“ Da gab es ein Wort, es war wirklich gut, Sayyidinā Abū Bakr sagte zu Sayyidinā ᶜUmar: „Du warst ein Löwe in der Zeit der Dunkelheit (Jāhilīya), vor dem Islām, und jetzt bist du wie ein Kaninchen im Islām! Wie kannst du mir das sagen?“ sagte er. Seht, wie sie uns für den Islām, für Allāh ein Beispiel geben! Ihr müsst für sehr wenige Dinge euren Ärger zeigen. Aber die Leute ärgern sich über alles, aber vergessen das, wofür sie wirklich Ärger zeigen müssen. Undو al-ḥamdulillāh, er erledigte all diese Leute wegen seines… Allāh half ihm mit seinem Zorn, all diese Menschen zu Muslimen zu machen. Es war der Nutzen des Ärgers, nicht die Menschen zu zerstören, nein, ihnen Leben zu geben, nicht ihr Leben zu nehmen durch Ärger.

So ist es leicht, ein kleines Wort auszusprechen, aber sehr schwierig es zu tun. Viele Male kamen Leute für die Ḥajj und baten Mawlānā: „Gib mir Rat!“ Er sagte ihnen denselben Rat. „Ärgert euch nicht!“ Denn auf der Ḥajj ärgern sich die Menschen 10x, 100x mehr. Wir müssen uns trainieren, uns nicht zu ärgern. Denn der Prophet (saws) sagte: „“Innamā l-ᶜilmu bi t-taᶜallumi wa innamā l-ḥilmu bi t-taḥallum.“ – Wahrlich Wissen kommt durch Lernen und wahrlich Weisheit kommt durch Sanftmut.“ Und euch nicht zu ärgern, könnt ihr langsam, langsam lernen. Ihr könnt es nicht auf einmal erreichen. Also langsam, langsam hilft uns Allāh, in shāʼllāh, diesen Ärger von uns zu nehmen, den schlechten Ärger. Und es ist, in shāʼllāh, auch von den Mashāyikh. Sie gaben uns ein sehr gutes Beispiel. Sie ärgerten sich überhaupt nicht wegen sich selbst. Wenn etwas, Leute ihnen Unrecht taten oder Falsches redeten, durch Tat oder Wort, sagten sie: „Es ist für unser Ego, es ist nicht zu viel. Es ist sehr wenig. Wir, unser Ego braucht mehr als das.“ So ärgerten sie sich nicht für ihr Ego, sie waren sogar glücklich, so etwas zu hören für ihr Ego. Die Lehre der Ṭarīqa, eine gute Lehre, in shāʼllāh, ist, sich nicht zu ärgern. Wa min Allāhi t-tawfiq, al-Fātiḥa.

Vortrag von Shaykh Muḥammad ᶜᾹdil ar-Rabbānī am 8. Juli 2016 / 3. Shawwal, 1437.

Transkript des Videos: http://saltanat.org/videopage.php?id=15855&name=2016-07- 08_tr_DontBeAngry_SM.mp4

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